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FAQ - Allgemein

Allgemeine Fragen über Wild, Wildunfälle und deren Analyse/Rekonstruktion.



Was muss ich nach einer Wildkollision tun?

Bei der Kollision mit Wild kann es je nach Tierart zu unterschiedlich großen Sach- und Personenschäden kommen. Wichtig ist, ein verendetes Tier nach Absicherung der Unfallstelle von der Straße zu ziehen, wobei  wegen eventueller Tollwutgefahr Handschuhe aus dem Verbandskasten getragen werden sollten. Danach sollte der Unfall der Polizei gemeldet werden. Die Unfallaufnahme muss vor Ort stattfinden. Nur so lässt sich der vorgetragene Unfallhergang prüfen. Ist die Polizei nicht bereit zum Unfallort zu kommen, sollten Sie sich den Namen und Dienststelle notieren um ggf. die Meldung nachzuweisen.

Zur Beweissicherung sollten wenn möglich Bilder am Unfallort vom Fahrzeug, dem Tier und der Gesamtsituation gefertigt werden. Auch Lichtbilder welche mit dem Handy erstellt werden helfen den Nachweis der Wildkollision zu erbringen. Sollte eine Versicherung für das Fahrzeug abgeschlossen sein, dann ist der Unfall schnellstmöglich der Versicherungsgesellschaft zu melden.


Zu welcher Zeit treten Wildwechsel am häufigsten auf?

Im Forschungsbericht des GDV 01/2007 wurden zu "Unfallhäufungen mit Wildunfällen" zum Modellversuch im Oberbergischen Kreis durch Heiko Voß folgende Erkenntnisse gesammelt: Für die untersuchten Maßnahmen gegen Unfallhäufungen mit Wildunfällen konnte keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Die Beschränkung der Warnungen vor Wildunfällen im Frühjahr und Herbst während der Dämmerungszeiten sollten so nicht weitergeführt werden. Vor allem nachts muss besonders mit Wildwechsel gerechnet werden. Vorsicht ist das ganze Jahr über geboten, nicht nur im Frühling oder Herbst.




Wie sollten die Spuren gesichert werden?


Es ist wichtig, dass die Asservate richtig gesichert und transportiert werden. Die Abnahme und Sicherung der Haarspuren sollte auf keinen Fall mit einem Klebestreifen erfolgen. Unter Klebestreifen fixierte Haare lassen sich selten beschädigungsfrei ablösen, weisen teils Rückstände von Klebstoff auf und verfälschen das Untersuchungsergebnis.
Für die Untersuchung werden lose Haare benötigt. Geeignet sind Plastikbeutel für kurzfristige Lagerung oder Pergamontüten für eine langfristige Aufbewahrung. Nach der Haarsicherung sollte unbedingt der Fundort am Fahrzeug sowie die Art der Entnahme schriftlich festgehalten werden. Es sollte nicht die Frühstückstüte, sondern eine ordentlich beschriftete Asservatentüte verwendet werden.
Informationen, ob das Haar lose auf dem Fahrzeug lag oder in einem Fahrzeugteil so eingeklemmt war, dass es bei der Entnahme gerissen ist, helfen bei der späteren Interpretation. Die Einklemmrichtung des Haares (Wurzel oder Spitze zeigt nach außen) ist wenn möglich zu prüfen und anzugeben. Es sollten möglichst Lichtbilder von der Entnahme und dem Entnahmeort gefertigt werden. 
Letzte Aktualisierung: Dezember 2018